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JMD Chemnitz

Anforderungen in Chemnitz und Freiberg

Für die Begleitung junger Migranntinnen und Migranten besteht in der Stadt Chemnitz das gut funktionierende Netzwerk "Integration". „Gleichzeitig betreuen wir viele junge Migrantinnen und Migranten mit Problemen, die in einer Großstadt typisch sind.

Für die Begleitung junger Migranntinnen und Migranten besteht in der Stadt Chemnitz das gut funktionierende Netzwerk "Integration". „Gleichzeitig betreuen wir viele junge Migrantinnen und Migranten mit Problemen, die in einer Großstadt typisch sind. Dazu gehört unter anderem das Problem eine geeignete Wohnung zu finden“, erklärt Elena Kliemt, die Leiterin des Jugendmigrationsdienstes (JMD). "Unser Jugendmigrationsdienst begleitet dabei hauptsächlich Spätaussiedlerinnen und Spätaussiedler, jüdische Migrantinnen und Migranten und junge anerkannte Flüchtlinge aus Afghanistan, Irak und Iran. Die Gruppe der jüdischen Einwanderer zieht es aufgrund ihrer Bildungsvoraussetzungen in die Universitätsstädte." Im Gegensatz dazu steht die Stadt Freiberg, die eher ländlich geprägt ist", so Frau Klimt weiter. "hier begleiten wir hauptsächliche junge Spätaussiedlerinnen und Spätaussiedler".

Beraten. Fördern. Öffentlichkeit schaffen.

Fünf Minuten Ruhm - JMD bei einer russischen TalkshowAlles in allem lassen sich die Aufgaben des JMD in drei Bereiche zusammenfassen. Da ist in erster Linie die individuelle und umfassende Unterstützung im gesamten Integrationsprozess in Form einer sprachlichen, schulischen, beruflichen und sozialen Eingliederung. Zum anderen gibt es für Jugendliche unterschiedliche Gruppenangebote. Sprachkurse in Deutsch, Englisch und bei Nachfrage auch Französisch werden ergänzt durch Computerkurse und Nachhilfeunterricht, durch Bewerbungs- und Anti-Aggressions-Trainings. „Spezifische Gruppenangebote entwickeln sich nach Bedarf und unter Beteiligung der jungen Menschen“, erläutert Elena Kliemt. „Und manchmal kommen Jugendliche zu uns und suchen einfach ein wenig Unterstützung, einen Raum zum Trainieren oder eine GAelegenheit aufzutreten. Solche Initiativen versuchen wir nach Möglichkeit zu unterstützen.“
„Wir gehen an die Berufsschulen und zu Behörden. Wir sensibilisieren die Öffentlichkeit für Interkulturalität und arbeiten mit der Polizeischule, der Jüdischen Gemeinde oder mit Migrantenorganisationen, wie dem Vietnamesischen Verein und vielen anderen mehr, zusammen“, beschreibt Elena Kliemt ihre Netzwerk- und Öffentlichkeitsarbeit. „Zusätzlich beziehen wir die Eltern der Jugendlichen in die gemeinsame Integrationsarbeit mit ein. Es gibt einen Elternabend im Quartal, an dem wir sie zum Beispiel über das Schulsystem in Deutschland informieren.“ Je mehr Menschen und Institutionen Bescheid wissen, desto genauer können junge Migranteninnen und Migranten an die passenden Stellen verwiesen werden. „Wir möchten die Leute schnell beraten, wenn sie kommen. Damit sie nicht aufgrund falscher Ratschläge erst irgendwo anders landen, sondern gleich das richtige Angebot erhalten.“
 

Raus aus der Stigmatisierung, Alexey, 21

Angekommen in Chemnitz: AlexeyWie schnell Integration funktionieren kann, beweist der 21-jährige Alexey aus Kasachstan. Als Alexey im August 2009 nach Deutschland kam, hatte er bereits sechs Semester Deutsch und Englisch studiert. Nach zwei Wochen im Übergangswohnheim lernte er eine Mitarbeiterin des JMD kennen. „Sie war die Erste, die mir ausführlich erklärt hat, was ich überhaupt zu tun habe, wenn ich in Deutschland studieren möchte.“ freute sich Alexey. Vermittelt durch den JMD bekam er einen Termin bei der Otto-Benecke-Stiftung. Schon kurze Zeit später nahm er einen dreimonatigen Sprachkurs auf, der ihn für ein Studium in Deutschland qualifizierte. Im Augenblick wartet Alexey gespannt auf die Prüfungsergebnisse, mit denen er sich für einen Studienplatz in Medienkommunikation bewerben möchte.
Neben der Vorbereitung zum Studium ist Alexey inzwischen selbst beim JMD aktiv geworden. Er gehört zu den Jugendlichen, die nach erfolgreicher Beratung zu Multiplikatoren werden. Seit Februar leitet er die Jumpstyle-Tanzgruppe. „Ich habe schon in Kasachstan getanzt und wollte hier weitermachen. Mit der Zeit habe ich Leute gefunden, die auch tanzen wollten.“ Alexey fragte beim JMD nach Trainingsmöglichkeiten. Mittlerweile umfasst seine Jumpstyle-Gruppe sieben Tänzer - mit und ohne Migrationshintergrund. Gerade durch diese Zusammensetzung gelingt den Jugendlichen beim Jumpstyle etwas, was für jugendliche Migranteninnen und Migranten alles andere als eine Selbstverständlichkeit ist: Normalität. „Für Jugendliche ist es schwer, deutsche Freunde zu finden. Die bleiben in ihrer Gruppe und sind für immer Ausländer,“ erzählt Alexey. Doch über gemeinsame Interessen finden sie zueinander. „Wir machen Sport zusammen, das ist ganz normal.“ Mehr über die Jumpstyle-Gruppe gibt es unter www.nischelhupper.de.

Grenzen überschreiten beim internationalen Jugendaustausch

Gegenbesuch in der BildungswerkstattNeben den Hauptaufgaben des JMD gibt es zusätzliche Projekte, die durch die Stiftung Deutsch-Russischer Jugendaustausch und das Amt für Jugend und Familie Chemnitz gefördert werden. Erwähnenswert ist hier vor allem die internationale Jugendarbeit bzw. der internationale Jugendaustausch, der dieses Jahr zum dritten Mal stattfindet. In den letzten zwei Jahren führte der Austausch Jugendliche mit und ohne Migratonshintergrund nach St. Petersburg. Zwei Wochen lang konnten die Reisenden dort einen Re-Integrationsbetrieb für jugendliche Straftäter und Schulabbrecher kennen lernen. Im Gegenzug besuchten die russischen Jugendlichen die Bildungswerkstatt in Chemnitz. Für die deutschen Jugendlichen zählen die persönlichen Begegnungen zu den eindrucksvollsten Erfahrungen des Austauschs. Und für diejenigen, die zum ersten Mal nach Jahren in ihr Herkunftsland kommen, ist die Reise vielleicht noch wichtiger. „Viele der Jugendlichen kommen wieder und sagen, sie hätten jetzt begriffen, dass sie nach Deutschland gehören“, beschreibt Elena Kliemt die Reaktion ihrer Mitreisenden. „Die Erkenntnis bringt ihnen einen enormen Motivationsschub. Das ist ein Riesengewinn für alle Beteiligten.“

JMD Chemnitz und Außenstelle Freiberg

Der Jugendmigrationsdienst Chemnitz mit seiner Außenstelle ist in den Kreisverband Arbeiterwohlfahrt - Chemnitz und Umgebung e.V. eingebunden. Fünf Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter arbeiten in Festanstellung auf 3,7 Personalstellen, außerdem gibt es zehn Honorarkräfte. Hinzu kommen etwa drei ehrenamtliche Kräfte. Mehr Informationen unter www.jmd.awo-chemnitz.de



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