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EuropaNews Mai 2005 (Nr. 1)

zum download: EuropaNews1_2005 (pdf)

JMD goes Europe: EuropaNews für die Jugendmigrationsdienste

- Mai 2005 (Nr. 01) -

Online-Ausgabe: http://www.jmd-forum.de
Inhalt:
Impressum/ Vorwort
1. AKTUELLES: ENTWICKLUNGEN AUF EUROPÄISCHER EBENE.....
1.1 Eurobarometer zur Akzeptanz der EU-Verfassung veröffentlicht
1.2 Neue "Sozialpolitische Agenda" der EU veröffentlicht
1.3 EU-Debatte über die Wirtschaftsmigration
2. FÖRDERPROGRAMME
2.1 Jugendliche gestalten gemeinsam das neue Europa - Robert-Bosch-Stiftung
2.2 Soziale Rechte von MigrantInnen
2.3 INTI - Integration von MigrantInnen aus Drittstaaten
3. PRAXISPROJEKTE
4. EUROPEAN PLAYER
Österreichisches Forum für Migrationsstudien
5. VERANSTALTUNGEN: HINWEISE UND BERICHTE
5.1 Die Zukunft des europäischen Sozialmodells 1.-3. Juni 2005 Luzern
5.2 Partner und Konkurrenten: Deutschland und Polen ein Jahr nach der Erweiterung der
EU 3.-5. Juni 2005 Berlin
5.3 Seminar zur Integration von Immigranten in Europa 9.-10. Juni 2005 Paris
5.4 Berliner Symposium zum Flüchtlingsschutz 20.-21. Juni 2005 Berlin
5.5 Deutsche in Russland und Asien: Studienreisen in Herkunftsländer der
AussiedlerInnen 11.-18. September 2005
5.6 Lobbying for Social Inclusion in Europe 22.-23. April 2005 in Budapest
6. INTERESSANTE VERÖFFENTLICHUNGEN
6.1 Europäisches Integrationshandbuch für Migrationsbeauftragte erschienen
6.2 Erster Jahresbericht über Migration und Integration 2004
7. EU:ABC
Vorwort

Liebe JMD-Kolleginnen und JMD-Kollegen,

„Neuer Schwung für die Jugend Europas“, Wirtschaftsmigration, EU-Projekte, Europagelder,
Austauschprogramme, Festung Europa, Mobilität … um nur einige Schlagworte zu nennen, die vielen
von uns in der JMD-Arbeit sicherlich einmal begegnet sind.
Manche JMD-KollegInnen sind erfahren in der Konzeption transnationaler Projekte und sie sind
MeisterInnen in der Akquise von Geldern der Europäischen Union, sie haben das Hintergrundwissen,
den Unterschied beispielsweise von Europarat und Europäischem Rat anderen KollegInnen vermitteln
zu können, und haben selbst schon an europäischen Maßnahmen zum Fachkräfteaustausch
teilgenommen.
Die JMD-Arbeit ist jedoch zur Zeit geprägt von vielen Neuerungen und nicht alle haben die
Gelegenheit, sich intensiver mit dem Thema „Europa“ und den Verbindungen zur
Jugendmigrationsarbeit zu beschäftigen.
Unter dem Arbeitstitel „JMD goes Europe“ möchten die vorliegenden „EuropaNews“ die JMDKolleginnen
und JMD-Kollegen über die ausgewählten Europathemen informieren, die kurz- und
langfristig relevant für Ihre Arbeit vor Ort sein können.
Es ist geplant, dass die „EuropaNews“ alle 4-6 Wochen erscheinen und folgende Themenbereiche
enthalten

1. Aktuelles: Entwicklungen auf europäischer Ebene und ihre Relevanz für den Bereich
Migration/Jugendmigration
2. Förderprogramme: Informationen zu aktuellen Projektausschreibungen
3. Praxisprojekte: Berichte über ausgewählte transnationale Projekte
4. European Player: AkteurInnen und Netzwerke aus anderen europäischen Ländern und auf
europäischer Ebene
5. Veranstaltungen: Hinweise und Berichte
6. Interessante Veröffentlichungen
7. EU:ABC

Die „EuropaNews“ werden wir kontinuierlich weiterentwickeln. Deshalb sind Rückmeldungen,
Verbesserungsvorschlägen und konstruktive Kritik wichtig und ausdrücklich erwünscht.
Wir wünschen Euch eine interessante Lektüre mit vielen neuen Anregungen.
Michael Fähndrich Walter Weissgärber
Geschäftsführer Referatsleiter Migration
Bundesarbeitsgemeinschaft Evangelische Jugendsozialarbeit e.V.


Impressum

Herausgeberin
Bundesarbeitsgemeinschaft Evangelische Jugendsozialarbeit e.V.
Wagenburgstr. 26-28
70184 Stuttgart
t: 0711- 16489 -10
f: 0711- 16489 -21
hermann@bagejsa.de
in Zusammenarbeit mit

Youth and European Social Work - Y.E.S. FORUM
Netzwerk für Jugendsozialarbeit in Europa
http://www.yes-forum.org

Die EuropaNews für die Jugendmigrationsdienste werden gefördert durch das BMFSF (Referat 505 – Integration)



Aktuelles: Entwicklung auf politischer Ebene

1.1 Eurobarometer zur Akzeptanz der EU-Verfassung veröffentlicht

Die Deutschen unterstützen mit großer Mehrheit eine Verfassung für die Europäische Union. Beinahe
4 von 5 Befragten sprechen sich für mehr Integration und gemeinsame Entscheidungen durch eine
neue Verfassung aus. Auch im Bereich der Außen- und Sicherheitspolitik ist die Zustimmung der
Deutschen sehr groß. So sprechen sich mittlerweile 80% der Befragten für eine gemeinsame,
koordinierte Außenpolitik der EU-Staaten aus. Zu diesen Ergebnissen kommt die in Berlin vorgestellte
aktuelle Umfrage der Europäischen Kommission („Eurobarometer“). Ermutigend ist das Vertrauen in
die EU-Institutionen. Nahezu die Hälfte der Deutschen geben an, der EU und ihren Institutionen zu
vertrauen. Auch die Identifikation der Deutschen mit Europa steigt. So fühlt sich eine große Mehrheit
von 69% der Deutschen mit Europa verbunden. Gleichwohl sind die Deutschen Schlusslicht in Europa
gefragt danach, ob sie sehr stolz sind, Europäer zu sein. Nur 6% der Befragten antworteten hierbei mit
„Ja“. Ähnlich zurückhaltend antworteten nur die BürgerInnen aus dem Vereinigten Königreich und den
Niederlanden. In Ungarn und Irland waren es über 30%. Für das Eurobaromenter wurden insgesamt
24.000 Menschen in Europa befragt. In Deutschland waren es 1500.
Einschätzung: Das jüngste Eurobarometer arbeitet ein ereignisreiches EU-Jahr 2004
statistisch auf: Angefangen beim Beitritt der zehn neuen Mitgliedstaaten im Mai, über die Wahl
zum EU-Parlament im Juni letzten Jahres, die Bildung einer neuen EU-Kommission im Herbst
bis hin zu der Entscheidung, Beitrittsverhandlungen mit der Türkei aufzunehmen.
Den vollständigen Bericht für Deutschland (pdf-Datei, 621 KB, 73 Seiten) finden Sie unter:
http://europa.eu.int/germany/pdf/Eurobarometer62.pdf

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1.2 Neue "Sozialpolitische Agenda" der EU veröffentlicht

Ein soziales Europa in der globalen Wirtschaft: Arbeitsplätze und neue Chancen für alle, so lautet die
Devise der zweiten Phase der Sozialpolitischen Agenda der Europäischen Union für den Zeitraum
2005 bis 2010.
In ihrer Mitteilung engagiert sich die Kommission für die Modernisierung und Entwicklung des
europäischen Sozialmodells sowie für die Förderung des sozialen Zusammenhalts als Bestandteil der
Lissabon Strategie. Die vorliegende Agenda legt die Prioritäten fest, an denen sich die einschlägigen
Maßnahmen der Europäischen Union ausrichten sollten. Die Überarbeitung der Sozialpolitischen
Agenda ergänzt und unterstützt die Halbzeitüberprüfung der Lissabon Strategie, die in erster Linie auf
Wachstum und Arbeitsplätze abzielt. In diesem Zusammenhang und um den grenzüberschreitenden
Arbeitsmarkt im Europa weiterzuentwickeln, wird das Jahr 2006 zum "Europäischen Jahr der Mobilität
der Erwerbstätigen" gekürt. 2007 widmet sich Europa der "Chancegleichheit". Das Jahr 2010 soll zum
"Europäischen Jahr der Bekämpfung von Ausgrenzug und Armut" werden.
Einschätzung: Die aus dem Europäischen Gipfel in Lissabon (2000) resultierende Lissabon
Strategie spielt eine Schlüsselrolle bei der Förderung der sozialen Dimension des
Wirtschaftswachstums in Europa und auf sie beziehen sich alle derzeitigen sozialpolitischen
Initiativen und Aktivitäten. Direkte Auswirkungen auf die Jugendsozialarbeit und die
Jugendmigrationsdienste könnte diese Veröffentlichung haben, da sie einerseits
Folgemaßnahmen zur Bewältiigung des demographischen Wandels ankündigt, zum anderen
das Thema ‚Jugend’ stärker in die Sozialagenda einbeziehen will sowie die Initiative
‚Europäischer Pakt für die Jugend’ unterstützt.

Den vollständigen Wortlaut der Mitteilung der Kommission zur sozialpolitischen Agenda finden Sie
unter: http://europa.eu.int/comm/employment_social/social_policy_agenda/spa_de.pdf
Informationen zum Europäischen Pakt für die Jugend sowie die Stellungnahme von Y.E.S. FORUM
dazu siehe unter: http://www.jugendpolitikineuropa.de/europzusammen/news-173.html

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1.3 EU-Debatte über die Wirtschaftsmigration

Die Europäische Kommission hat am 11.01.2005 ein Grünbuch zum "EU-Konzept für
Wirtschaftsmigration" verabschiedet. Zuvor hatte der Europäische Rat hat auf seiner Herbsttagung
vom 4. und 5. November 2004 hervorgehoben, welche Bedeutung der Debatte über die
Wirtschaftsmigration zukommt. Mit dem Grünbuch will die Kommission die öffentliche Diskussion über
Sinn und Zweck einer umfassenden EU-Strategie für die Wirtschaftsmigration einleiten. Das Grünbuch
bildet die Grundlage für offene Diskussionen mit den EU-Institutionen. Auch die Zivilgesellschaft,
insbesondere die Sozialpartner, sollen sich zu Gemeinschaftsregeln für die Zulassung von
WirtschaftsmigrantInnen äußern. Die Kommission wird im Juli 2005 eine öffentliche Anhörung zu
diesem Thema veranstalten und bis Ende 2005 einen Strategieplan für die legale Zuwanderung
ausarbeiten, in den die Ergebnisse dieser Anhörung einfließen werden.
Einschätzung: Bereits im Jahr 2001 hatte die Kommission einen Vorschlag für eine Richtlinie
über die Bedingungen für die Einreise und den Aufenthalt von Drittstaatsangehörigen zur
Ausübung einer unselbständigen oder selbständigen Erwerbstätigkeit vorgelegt, die aber im
Rat keine ausreichende politische Unterstützung fand. Im Juni 2003 hat sie eine Mitteilung
über Einwanderung, Integration und Beschäftigung vorgelegt, in der sie auf die
wirtschaftlichen Auswirkungen des Bevölkerungsrückgangs eingeht und darlegt, dass die
langfristige Zuwanderungspolitik überprüft werden muss. Die Debatte hat jetzt wieder an
Dynamik gewohnen und unter dem Druck der demographischen Entwicklungen wird eine
umfassende Strategie für die Wirtschafsmigration gefordert.“

Unter der Web-Sektion Eine gemeinsame Einwanderungspolitik auf EU-Ebene kann das vollständige
Grünbuch (pdf, 15 Seiten, Sprache: deutsch) heruntergeladen werden:
http://europa.eu.int/comm/employment_social/skills_mobility/immigration_de.htm
Unter der folgenden Internetseite können öffentlich laufende Konsultationen verfolgt bzw.
Kommentare direkt abgeben werden: http://europa.eu.int/yourvoice/consultations/index_de.htm

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2. Förderprogramme: Informationen zu aktuellen Projektausschreibungen

2.1 Jugendliche gestalten gemeinsam das neue Europa - Robert-Bosch-Stiftung

Der Förderwettbewerb „Junge Wege in Europa“ der Robert-Bosch Stiftung bietet Schülern und
Jugendlichen aus Deutschland sowie Mittel- und Osteuropa die Möglichkeit, ihre Ideen, Interessen
und Zukunftserwartungen in gemeinsamen Projekten zu verwirklichen. Dabei können sie sich mit
spannenden Themen und Aufgaben beschäftigen sowie interessante Menschen und neue Orte
kennenlernen. Ziel ist es, die heranwachsende Generation bei der Gestaltung eines gemeinsamen
und partnerschaftlichen Europas zu unterstützen und zugleich an der gesellschaftspolitischen Bildung
der europäischen Jugend mitzuwirken.

Einschätzung: Die Ausschreibung des Förderwettbewerbs erfolgt zweimal jährlich im Herbst
und im Frühjahr. Projektpartner aus Deutschland und Mittel- und Osteuropa können sich mit
einem gemeinsam erstellten Projektplan für eine Förderung bewerben. Angesprochen sind
Jugendliche im Alter von 13 bis 21 Jahren mit ihren Lehrern und Betreuern. Achtung: Die
nächste Bewerbungsfrist ist bereits der 15. Mai 2005, Ausschreibungen folgen jedoch in der
Regel alle 6 Monate.

Informationen und Ausschreibungsunterlagen unter’:
http://www.jungewege.de

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2.2 Soziale Rechte von MigrantInnen

Die Europäische Stiftung zur Verbesserung der Lebens- und Arbeitsbedingungen in Dublin will die
sich entfaltende europäische Politikdebatte über Mobilität und Migration anhand konkreter Beispiele
zur "Praxistauglichkeit" auf politischer Ebene unterstützen und vergibt in diesem Zusammenhang
einen Studienauftrag über "Integration und Zugang zu sozialen Rechten für Migranten - der Beitrag
von lokalen und regionalen Behörden". Aus dem Projekt soll ein Portfolio/eine Fallsammlung von
Initiativen hervorgehen, das/die es den Benutzern ermöglicht, Informationen und Resultate
verschiedener Formen von Integrationsmaßnahmen zu lokalisieren.
Einschätzung: Da die Einreichfrist bereits am 16.5.2005 ist, dürfte die Ausschreibung nicht
relevant im Sinne einer direkten Beteiligung sein; sie dient aber als nützliche
Hintergrundinformation und unterstreicht die Bemühungen, auf europäischer Ebene
Migrationspolitik zu koordinieren und den länderübergreifenden Austausch sowie die
Darstellung konkreter Praxisbeispiele zu fördern.

Mehr Informationen zu dem Aufruf unter der Internetseite der Europäischen Stiftung zur Verbesserung
der Lebens- und Arbeitsbedingungen: http://www.eurofound.eu.int/about/tenders.htm

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2.3 INTI - Integration von MigrantInnen aus Drittstaaten

INTI ist ein Finanzierungsprogramm der Europäischen Union für vorbereitende Maßnahmen zur
Förderung der Integration von Personen in den Mitgliedstaaten, die keine EU-BürgerInnen sind. Die
Auffassungen bezüglich der Integration von Drittstaatsangehörigen, der Entwicklungsstand dieser
Integration sowie die bei der Umsetzung von Integrationspolitiken erzielten Fortschritte sind von
Mitgliedstaat zu Mitgliedstaat sehr verschieden. Manche Länder verfügen über eine lange Erfahrung in
diesem Bereich, während andere gerade erst mit der Entwicklung nationaler Politiken begonnen
haben. Sowohl erfahrene als auch weniger erfahrene Mitgliedstaaten dürften aus dem INTI-Programm
Nutzen ziehen.

Einschätzung: INTI ist ein konkretes Förderprogramm, welches auch für die JMDs relevant
sein könnte und ihnen den Zugang zu einer europäischen Projektmaßnahme ermöglichen
würde. Aufgrund der Vielzahl von Projektvorschlägen ist es jedoch empfehlenswert bei der
Projektentwicklung, Umsetzung und Verbereitung der Ergebnisse bestehende nationale
Strukturen sowie europäische Netzwerke einzubinden und zu nutzen.
Bereits 2003 und 2004 erfolgte ein Projektaufruf der Kommission zur Einreichung von
Projektvorschlägen zur Integration von Drittstaatsangehörigen. Ein erneuter Aufruf ist im Mai
2005 zu erwarten.

Die Internetseiten der Europäischen Kommission zum Programm INTI sind verfügbar unter:
http://europa.eu.int/comm/justice_home/funding/inti/wai/funding_inti_de.htm

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3. Praxisprojekte: Berichte über ausgewählte transnationale Projekte

Unter dieser Rubrik finden sich zukünftig Hinweise und Erfahrungsberichte ausgewählter und
beispielhafter transnationaler Praxisprojekte, die den Jugendmigrationsdiensten als Orientierung über
Antragsmöglichkeiten bei europäischen Programmen bieten können:
Unter dem oben ausgeführten EU-Programm INTI wurden im Jahre 2004 158 Projektvorschläge
eingereicht von denen 20 Projekte ausgewählt wurden. Im Jahr 2003 wurden 135 Anträge eingereicht
von denen 14 zur Förderung ausgewählt wurden. Eine Auslistung der ausgewählten Projekte ist im
Internet verfügbar. Darunter befanden sich im Jahr 2003 fünf deutsche Projekte, im Jahr 2004 vier
deutsche Projekte.

Unter dem INTI-Programm geförderte Projekte im Jahr 2004:
http://europa.eu.int/comm/justice_home/funding/inti/docs/list_grants_awarded_2004_en.pdf
Unter dem INTI-Programm geförderte Projekte im Jahr 2003:
http://europa.eu.int/comm/justice_home/funding/inti/docs/awards_call_2003.pdf

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Projektbeispiel unter dem INTI-Programm: Young Muslims in Europe – New
questions of identity – CJD Eutin
Aktionsbereich A – Unterstützung von Netzen sowie Austausch von Informationen und bewährten
Praktiken
Mit dem Thema des Projektvorschlags „Young Muslims in Europe – New questions of identity“ reagiert
das CJD Eutin auf aktuelle Ereignisse und Strömungen der letzten drei Jahre, die das Verhältnis
zwischen Mehrheitsgesellschaften und muslimischen Bevölkerungsminderheiten in den EUMitgliedsländern
negativ beeinflussen und dazu führen können, dass das europäische Zugehörigkeitsgefühl junger Muslime labil wird. Auf der Ereignisebene sind dies die Terroranschläge von 2001 in den USA, gefolgt vom Einmarsch in Afghanistan und dem Krieg gegen den Irak, in der weiteren Eskalationsentwicklung die Anschläge in Tunesien und Istanbul, schließlich im März 2004 in
Madrid. Auf der Ebene der Einschätzungen und Meinungen können wir beobachten, dass in
politischen Erklärungen, aber auch in Berichten der Medien häufig antifundamentalistische
Stellungnahmen in antimuslimische oder antiarabische Äußerungen übergehen.
Beide Phänomenebenen führen sowohl in den Mehrheitsbevölkerungen als auch bei muslimischen
Minderheiten zu tiefgreifenden Verunsicherungen, zu Empfindungen wie Furcht, Trauer, Demütigung
und vereinzelt Rachsucht. Ausgehend von der Hypothese, dass die Wirkung beider Phänomenebenen
insbesondere bei jungen Muslimen, die in ihrer Aufnahmegesellschaft noch keine selbständige stabile
Existenz aufbauen konnten, zu Selbstausgrenzung, Selbstethnisierung und Radikalisierung führen
kann, verfolgt der Projektvorschlag 3 Ziele:

1. Die Gültigkeit der Hypothese wird durch qualitative Erhebungen in den beteiligten Partnerländern
(Deutschland, Italien, England, Belgien) geprüft und es werden einzelne Faktoren ermittelt, die das
europäische Zugehörigkeitsgefühl stören bzw. fördern.

2. Ausgehend von der Bestätigung der Hypothese wird untersucht, durch welche Maßnahmen auf
lokaler bzw. regionaler Ebene Policy-maker und soziale AkteurInnen wie AusbilderInnen,
SozialarbeiterInnen, Vereine oder Kirchengemeinden die europäische Identität junger MuslimInnen
stabilisieren und ihr Lebensgefühl verbessern können.

3. Es wird eine Projektdokumentation erstellt, in der die Erhebungsergebnisse vorgestellt und
interpretiert werden. Im zweiten Teil dieser Dokumentation werden Handreichungen für Policy-maker
und soziale Akteure auf der lokalen und regionalen Ebene formuliert.

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4. European Player:

AkteurInnen und Netzwerke aus anderen europäischen Ländern und auf europäischer Ebene
Österreichisches Forum für Migrationsstudien http://www.oefm.org
Das Österreichische Forum für Migrationsstudien (ÖFM) wurde Ende 1997 von österreichischen und
schweizerischen BehördenvertreterInnen als vorerst dreijähriges Pilotprojekt des International Centre
for Migration Development http://www.icmpd.org, einer zwischenstaatlichen Organisation mit Sitz in
Wien, ins Leben gerufen. Ziel des Projekts ist der Aufbau einer interdisziplinären Dokumentations-,
Informations- und Forschungsstelle zur Förderung der Zusammenarbeit aller im
Migrationsforschungsbereich tätigen AkteurInnen im deutschsprachigen Raum, insbesondere in
Österreich. Die Durchführung des ÖFM-Projekts obliegt der Research and Documentation Unit des
ICMPD, die Finanzierung erfolgt durch das Österreichische Bundesministerium für Inneres und die
Schweizer Stiftung für Bevölkerung, Migration und Umwelt.

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Das Integrationsportal http://www.integrationsportal.at
Das Österreichische Forum für Migrationsstudien (ÖFM) erhielt in den letzten Jahren immer wieder
Anfragen von oder im Namen von MigrantInnen. Diese Anfragen betrafen die unterschiedlichsten
Themen - von arbeitsrechtlichen Problemen über Gesundheit bis zum Asylwesen. So entstand die
Idee das Medium Internet für das Informationsmanagement im Asyl- und Flüchtlingsbereich zu nützen.
Mit der Sammlung und Systematisierung von integrationsrelevanten Websites, Institutionen und
Projekten sollen bestehende Informationslücken gefüllt und vorhandene Informationen besser
zugänglich gemacht werden. Dort eingestellt sind auch Informationen zum Europäischen Integrations-
Netzwerk (EIN), das aus Nationalen Kontaktstellen für Integrationsbelange besteht.
http://www.integrationsportal.at/icmpd/public/?&RID=&id=27746&class=container

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5. Veranstaltungen: Hinweise und Berichte

5.1 Die Zukunft des europäischen Sozialmodells 1.-3. Juni 2005 Luzern
Vom 1.-3. Juni 2005 findet die Konferenz des "International Council on Social Welfare - European
Region" in Luzern/Schweiz statt. Thema der Konferenz ist „Die Zukunft des europäischen
Sozialmodells". Ziel der Konferenz ist es, neue Ideen und Empfehlungen bezüglicher nationaler und
europäischer Entscheidungsgremien zu erarbeiten. Dabei werden folgende Fragen diskutiert: Was
bedeutet dies für die Entwicklung der sozialen Rechte, sozialer Gerechtigkeit und der Verantwortung
des Einzelnen? Wie werden heute sozialer Zusammenhalt und Integration verstanden, was bedeutet
dies für die Entwicklung, für die Sozialpolitiken auf europäischer, nationaler und regionaler Ebene?
Die Konferenz richtet sich an Fachpersonen aus Politik, Verwaltung, Wissenschaft, Forschung, Praxis,
sozialen Institutionen, Hilfsorganisationen. Arbeitssprache wird Englisch sein, mit simultaner
Übersetzung in Deutsch und Französisch während der Plenarsitzungen. Die Teilnehmergebühr
beträgt CHF 500,- (ca. EUR 325,-)
http://www.icsw.socialswitzerland-socialeurope.org/

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5.2 Partner und Konkurrenten: Deutschland und Polen ein Jahr nach der
Erweiterung der EU 3.-5. Juni 2005 Berlin

Ein Jahr nach dem Beitritt Polens zur Europäischen Union soll eine Zwischenbilanz gezogen werden.
Ein erster Eindruck besagt, dass die EU für Polen eine Erfolgsstory ist. Das Land hat in vielen
Bereichen profitiert. Außenpolitisch hat Polen durch sein vorbildliches Krisenmanagement in der
Ukraine Respekt und Statur gewonnen.Wie hat sich die "deutsch-polnische Beziehungskiste" ein Jahr
nach der Erweiterung der Europäischen Union entwickelt? Welche Hoffnungen haben sich erfüllt? Wie
verändern sich durch Europa in unseren Ländern Politik, Ökonomie und Gesellschaft? Hat die EUErweiterung
den wechselseitigen Entfremdungsprozess gestoppt? Und wie geht es weiter? Mit diesen
und ähnlichen Fragen befasst sich die Evangelische Akademie zu Berlin im Rahmen einer
Wochenendtagung. Anmeldschluß ist der 27. Mai 2005. Alle Informationen zur Tagung unter:
http://www.eaberlin.de/programm.htm

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5.3 Seminar zur Integration von Immigranten in Europa 9.-10. Juni 2005 Paris

Die Cicero Foundation lädt im Rahmen ihrer Seminarreihe "Great Debates" zu einem internationalen
Expertenseminar "Integrating Migrants in Europe, Comparing the Different National Approaches" in
Paris ein. Thema des ersten Tages sind die verschiedenen nationalen Integrationsmodelle. Am
zweiten Tag soll erörtert werden, wie der Integrationsprozess verbessert werden kann und welche
Rolle den Schulen, dem Arbeitsplatz, der Politik und den Medien dabei zukommt. Beide Themen
werden in Form von Vorträgen und Workshops behandelt. Die Teilnahmegebühr beträgt 1199 Euro.
Für Vertreter von NGOs gilt eine reduzierte Teilnahmegebühr von 999 Euro. Nähere Informationen
und die Anmeldeformulare finden Sie unter:
http://www.cicerofoundation.org/seminars/programme_june05.html

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5.4 Berliner Symposium zum Flüchtlingsschutz 20.-21. Juni 2005 Berlin

Die Tagung befasst sich mit Menschenrechten und Flüchtlingsschutz in Europa, die Bedeutung der
Menschenrechte für den Schutz von Flüchtlingen, insbesondere mit der Verwirklichung des
Menschenrechtsschutzes in Deutschland, und mit der Fragestellung, ob das deutsche Asylverfahren
völkerrechtliche Standards erfüllt. Alle Informationen zur Tagung unter:
http://www.eaberlin.de/programm.htm

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5.5 Deutsche in Russland und Asien: Studienreisen in Herkunftsländer der
AussiedlerInnen 11.-18. September 2005

Informationen aus erster Hand, unvergeßliche Eindrücke über Land und Leute sowie Erfahrungen
über das Leben der Deutschen in Russland und Kasachstan vermitteln zwei Studienreisen, die von
der Otto Benecke Stiftung e.V. durchgeführt werden. Die TeilnehmerInnen erleben zwei Metropolen
Asiens, Omsk oder Almaty, pulsierende Millionenstädte, in denen die Gegensätze alter und neuer
Zeiten greifbar sind. Sie erfahren, welche Zukunftschancen sich jungen Menschen bieten, welche
Risiken gemeistert werden müssen, wie Problemlagen angegangen werden. Sie erwerben
Hintergrundinformationen, die Integrationsprobleme und den zunehmenden Mißbrauch von Drogen
junger SpätaussiedlerInnen erklären. Der Reisepreis für die Studienreise nach Zentralasien beträgt
inkl. Flug, Unterkunft und Programmpunkte: 1.150,00 Euro und für die Studeinreise nach Russland
inkl. Flug, Unterkunft und Programmpunkte: 990,00 Euro. Weitere Informationen erhalten Sie unter:
http://www.obs-ev.de/deutsch/fortbildung_studienreisen.html

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5.6 Lobbying for Social Inclusion in Europe 22.-23. April 2005 Budapest

Gemeinsam mit der ungarischen Mitgliedsorganisation ANHSH (Association of Non-Profit Human
Services) organisierte Y.E.S. FORUM die Konferenz ‚Lobbying for Social Inclusion in Europe’.
Ziel der Konferenz war, organisierte Prozesse und Strukturen einzufordern und weiterzuentwickeln,
die im Besonderen die partizipative Interessenvertretung von Jugendlichen, die von sozialer
Ausgrenzung betroffen sind, fördern. Hauptaussagen und Diskussionspunkte der Konferenz: - Wir
fordern eine stärkere Verbindung zwischen Prozessen auf der europäischen und der lokalen Ebene,
auf der die ausführenden Organe der Jugend- und Sozialpolitik verankert sind. Abstimmungsprozesse
und intermediäre Instanzen, die den Aufbau von Partnerschaften und die Schaffung von starken
Verbindungen zwischen allen Ebenen und Interessengruppen befördern, sind wichtig. - Lobbyarbeit
kann nur dann effizient sein, wenn sie als ein übergreifender, nachhaltiger und längerfristiger Ansatz
betrachtet wird. Und sie kann nur dann erfolgreich sein, wenn die verschiedenen Methoden von
Lobbyarbeit in Kombination angewandt werden.
http://www.yes-forum.org/budapest

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6. Interessante Veröffentlichungen

6.1 Europäisches Integrationshandbuch für Migrationsbeauftragte erschienen

Auf der Ministerkonferenz zur Integrationspolitik hat die Europäische Kommission am 10.11.2004 den
zuständigen Ministerien der EU-Mitgliedstaaten die erste Auflage des „Europäischen Handbuchs zur
Integration“ vorgestellt. Das Handbuch enthält bewährte Verfahren und bündelt die Erfahrungen der
25 Mitgliedstaaten in den Bereichen Einführungskurse für neu Zugewanderte und anerkannte
Flüchtlinge, Bürgerbeteiligung u.ä. Die Publikation dient zur Verbesserung der Zusammenarbeit in
Integrationsfragen auf EU-Ebene und richtet sich an kommunale, regionale, nationale und auf EUEbene
tätige EntscheidungsträgerInnen und PraktikerInnen.
Handbuch online verfügbar aber nur in Englisch unter:
http://europa.eu.int/comm/justice_home/doc_centre/immigration/integration/doc/handbook_en.pdf

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6.2 Erster Jahresbericht über Migration und Integration 2004
Im Juni 2003 forderte der Europäische Rat von Thessaloniki die Kommission auf, "einen jährlichen
Bericht über Migration und Integration in Europa vorzulegen, in dem migrationsrelevante Daten und
Informationen über Konzepte und Maßnahmen in den Bereichen Einwanderung und Integration in der
gesamten EU enthalten sind. Dieser Bericht, in dem diese Fragen genau und objektiv analysiert sein
sollten, soll dazu beitragen, politische Initiativen im Hinblick auf eine effizientere Handhabung der
Migrationsproblematik in Europa zu entwickeln." Der erste Jahresbericht enthält einen Überblick über
Migrationstendenzen in Europa, eine Analyse und Diskussion migrationspolitischer Veränderungen
sowie Erläuterungen zu einzelstaatlichen und EU-Maßnahmen im Bereich der Zulassung und
Integration von ZuwanderInnen. Der Bericht stellt auch ein neues Instrument zur Überprüfung der
Entwicklung der gemeinsamen Migrationspolitik dar.
http://europa.eu.int/comm/employment_social/employment_analysis/docs/com_508_de.pdf

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7. EU:ABC

Grünbücher
Auf dem EG-Gipfeltreffen im Dezember 1992 in Edinburgh hatte sich die Gemeinschaft für mehr
Offenheit und Transparenz ausgesprochen. Seither kommt es zu einer verstärkten Veröffentlichung
von Grünbüchern durch die EU-Kommission. Damit sollte dem Wunsch nach breiterer öffentlicher
Beratung in der Phase der Ausarbeitung politischer Vorschläge entsprochen werden. Die Grünbücher
enthalten neben einer Bestandsaufnahme des jeweiligen Sachgebiets verschiedene Optionen, die zur
Diskussion Anstoß geben sollen. Die durch ein Grünbuch eingeleiteten Konsultationen können die
Veröffentlichung eines Weißbuchs zur Folge haben.
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Weißbücher
Die Weißbücher enthalten bereits konkrete Maßnahmenvorschläge, die im Rahmen eines
Gesamtkonzepts ausgearbeitet sind. Sie bieten somit bereits eine Vorbereitung zur
Entscheidungsfindung. Jede einzelne Maßnahme muß jedoch vom Europäischen Rat verabschiedet
werden. Wird ein Weißbuch vom Rat positiv aufgenommen, kann aus ihm ein Aktionsprogramm der
Union für den betreffenden Bereich entstehen. Als Beispiele seien genannt: die Weißbücher zur
Vollendung des Binnenmarktes, zu Wachstum, Wettbewerbsfähigkeit und Beschäftigung sowie das
2001 veröffentlichte Weißbuch „Ein neuer Schwung für die Jugend“.



Träger-Organisationen:
   Zur Homepage der BAGEJSA
   Zur Homepage Internationaler Bund
   Zur Homepage KJS
   Zur Homepage Arbeiterwohlfahrt
   Zur Homepage Paritätischer Wohlfahrtsverband
   Zur Homepage Rotes Kreuz

Gefördert durch das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend

Webdesign:
   René Styber HeARTmedia, Bayreuth